Manuelle Therapie

Manuelle Therapie – Quo vadis?

Manuelle Therapie – Quo vadis?

Über den Stellenwert der Manuellen Therapie (MT) wird seit längerem in der Physiotherapie gestritten. Vom absoluten Gegnern 1 der Manuellen Therapie bis zum Befürworter des ausschließlichen Gebrauch der Manuellen Therapie lassen sich sämtliche Meinungsbilder finden. In diesem Beitrag stelle ich die Evidenzlage bezüglich der Manuellen Therapie dar und versuche die Frage, “Manuelle Therapie – Quo vadis?” (“Manuelle Therapie- Wo soll es hingehen?”) zu beantworten.

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Notes:

  1. https://thesports.physio/2017/09/29/manual-therapy-sucks/ und http://thesciencept.com/why-i-am-not-a-manual-therapist/
Liebscher und Bracht

Liebscher und Bracht: Acht Thesen – Acht Antworten

Liebscher und Bracht: Acht Thesen – Acht Antworten

Zuerst erschienen auf: physio.de

Die Therapie nach Liebscher und Bracht ist in aller Munde. Hunderttausende Facebook Follower, extrem hohe Klickzahlen bei Youtube und ein Bestseller im Bereich Gesundheit sprechen eine deutliche Sprache. Die Therapie nach Liebscher und Bracht kommt bei der Bevölkerung an! Jedoch stellt sich die Frage, ob hier wirklich etwas bahnbrechend Neues erfunden wurde, um Schmerzen und Funktionseinschränkungen effektiv zu behandeln oder ob es sich mehr um einen Marketing-Coup handelt? Im Folgenden möchte ich acht Thesen von Liebscher und Bracht vor diesem Hintergrund diskutieren.

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ISG Schmerzprovokationstest

Schmerzprovokationstests für das Iliosakralgelenk- Anspruch und Wirklichkeit

Schmerzprovokationstests für das Iliosakralgelenk- Anspruch und Wirklichkeit

In dieser Präsentation untersuche ich unter der Mitarbeit von physiomeetsscience.com die physiotherapeutische Anwendung von Schmerzprovokationstests für das Iliosakralgelenk (ISG). Momentan werden Schmerzprovokationstests des ISG bzw. ein Cluster (Anwendung mehrerer Schmerzprovokationstests hintereinander) als evidenzbasierter Standard in der Physiotherapie angesehen. In der Präsentation stelle ich dieses Vorgehen in Frage.

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cranio-sacrale Therapie

Cranio-Sacrale Therapie

Cranio-Sacrale Therapie

Die Cranio-Sacrale Therapie (CST) ist eine alternativmedizinische Behandlungsform. Ihre Ursprünge liegen in der Osteopathie. Die Cranio-Sacrale-Therapie wird als einzelne Behandlungsform von Cranio-Sacral-Therapeuten praktiziert. Hervorgegangen ist die Cranio-Sacrale-Therapie aus der Osteopathie. Dort ist sie ein Bestandteil 1 der osteopathischen Behandlung (Cranio-Sacrale Osteopathie). Die Cranio-Sacrale Osteopathie wurde von dem Amerikaner William Garner Sutherland (1873-1954) begründet. Sutherland wurde dabei wahrscheinlich 2 durch Emanuel Swedenborg (1688–1772) in seinen Ideen bezüglich der cranio-sacralen Osteopathie geprägt. Sutherland hatte eine “Eingebung” bei der Betrachtung eines zerlegten Schädels in einer Vitrine. Die zwischen den einzelnen Schädelknochen befindlichen Schädelnähte ermöglichen den Schädelknochen Bewegungen für einen “primär respiratorischen Mechanismus”. Dr. John E. Upledger (1931-2012) entwickelte in den 1970er Jahren daraus die Cranio-Sacrale-Therapie.

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Notes:

  1. Die weiteren Bestandteile der Osteopathie sind die parietale und die viszerale Osteopathie.
  2. Scarr, Graham. “Palpatory phenomena in the limbs: a proposed mechanism.” International Journal of Osteopathic Medicine 16.2 (2013): 114-120, Tubbs, R. Shane, et al. “Emanuel Swedenborg (1688–1772): pioneer of neuroanatomy.” Child’s Nervous System 27.8 (2011): 1353-1355.
Erfahrung und Wirksamkeit einer Therapie

Reicht die Erfahrung aus, um die Wirksamkeit einer Therapie zu beurteilen?

Reicht die Erfahrung aus, um die Wirksamkeit einer Therapie zu beurteilen?

Es ist anzunehmen, dass Patient und auch Therapeut die sicherste und effektivste Therapie auswählen wollen. Auf den ersten Blick scheint es einfach, eine wirksame Therapie auszuwählen. Der Patient fragt andere Patienten nach ihren Erfahrungen mit der Therapie. Hört der Patient mehr positive als negative Kommentare, dann kann die Therapie nur gut sein. Beim Therapeut ist der Weg ähnlich. Einige (ältere) Therapien gelten als bewährt und werden in der Ausbildung unterrichtet. Neuere Therapien werden durch Abfrage der Meinungen von Kollegen bewertet und dann als gut oder schlecht befunden. (Natürlich werden von vielen Therapeuten auch die theoretischen Grundlagen der Therapie in die Auswahl einbezogen.)

Die Frage ist nur: Reicht die Erfahrung aus, um die Wirksamkeit einer Therapie zu beurteilen? Oder übersehen wir Faktoren, die eigentlich für die Genesung/Verbesserung des Gesundheitszustandes zuständig sind? Reicht die Rechtfertigung über die gemachte Erfahrung als Erfolgsmaßstab aus, um die Wirksamkeit einer Therapiemaßnahme anzunehmen?

Im Folgenden zeige ich einige mögliche Gründe dafür auf, warum die Erfahrung allein kein sinnvoller Maßstab ist, um die Wirksamkeit einer Therapie zu ermitteln. Leider sind dies auch die Gründe dafür, dass ineffektive Therapien weiter angewandt werden, da sie ja aus Erfahrung gut sind.

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Crunches

Sind Crunches schädlich für den Rücken?

Sind Crunches schädlich für den Rücken?

Crunches sind eine häufig angewandte Kräftigungsübung für die Bauchmuskulatur. Ein Training mit dem Crunch führt zu Muskelwachstum und Kraftsteigerung der Bauchmuskeln. Jedoch wird von einigen Fitnessautoren und Forschern der Crunch als potentiell schädlich für den (unteren) Rücken angesehen. Ich stelle zunächst die Argumente der Crunch-Gegner dar und widerlege diese anschließend.

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Heben

Schützt das richtige Heben von Lasten vor Rückenschmerzen?

Schützt das richtige Heben von Lasten vor Rückenschmerzen?

Unter richtigem Heben von Lasten wird das Heben aus den Beinen heraus verstanden. Dadurch soll eine Beugung der Lendenwirbelsäule unter Last vermieden werden, um Rückenschmerzen zu vermeiden. Im Folgenden betrachten wir, ob das richtige Heben einen Einfluss auf die Vermeidung von Rückenschmerzen hat oder nicht. Das Heben aus den Beinen heraus wird empfohlen, um den schädlichen Einfluss einer Beugung der Lendenwirbelsäule unter Belastung zu minimieren. Im Folgenden trage ich die Argumente für und gegen das Vermeiden einer Beugung in der Lendenwirbelsäule durch ein Heben aus den Beinen heraus vor. Abschließend folgen eine Zusammenfassung und ein Fazit.

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Triggerpunkte - Die roten Bücher von Travell und Simons

Triggerpunkte – Eine haltbare Theorie?

Triggerpunkte – Eine haltbare Theorie?

Die Theorie der Triggerpunkte wurde von den beiden Ärzten Travell und Simmons 1 aufgestellt. Die intuitive Anziehungskraft der beiden roten Bücher konnten sich nur wenige Therapeuten, mich eingeschlossen, entziehen. Die hervorragenden Zeichnungen der Triggerpunkte und ihrer Ausstrahlungsgebiete, die hohe Anzahl an Quellenangaben, aber auch die diversen Möglichkeiten einen Triggerpunkt zu behandeln sind meines Erachtens die wesentlichen Gründe für die langanhaltende Popularität dieser Therapie Methode. Jedoch gibt es auch kritische Stimmen, die dem Konzept des Triggerpunkts eine mangelnde wissenschaftliche Fundierung vorwerfen und die Theorie der Triggerpunkte verwerfen wollen. 2 In diesem Artikel gehe ich auf die Kritik gegenüber der Theorie der Triggerpunkte ein. Dabei gebe ich zunächst kurz die Definition und Theorie der Triggerpunkte wieder. Im Anschluss diskutiere ich die kritischen Argumente gegen die Theorie der Triggerpunkte. Darauf folgt ein abschließendes Fazit.

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Notes:

  1. Simons, David G., Janet G. Travell, and Lois S. Simons. Travell & Simons’ Myofascial Pain and
    Dysfunction: The Trigger Point Manual Vol. 1 and 2. Wolters Kluwer Health, 1999.
  2. Quinter, John L., and Milton L. Cohen. “Referred pain of peripheral nerve origin: an alternative to the” myofascial pain” construct.” The Clinical journal of pain 10.3 (1994): 243-251, Quintner, John L., Geoffrey M. Bove, and Milton L. Cohen. “A critical evaluation of the trigger point phenomenon.” Rheumatology 54.3 (2015): 392-399.
Facettengelenk

Facettengelenke – Ursache für Rückenschmerzen?

Facettengelenke – Ursache für Rückenschmerzen?

Die Facettengelenke der Lendenwirbelsäule werden als Ursache von chronischen Rückenschmerzen gesehen. 1 Schmerzmediziner suchen mit invasiven Diagnosemethoden nach dem vermeintlichen Schmerzauslöser, um diesen ursachengerecht mit Hilfe von Injektionen oder chirurgisch zu behandeln. Manualtherapeuten (Physiotherapeuten, Osteopathen, Chiropraktiker) suchen mit ihren Händen den Schmerzauslöser, um diesen dann durch Manipulation (Einrenken) zu behandeln.

Die Frage ist nur, wie sicher man die Facettengelenke als Ursache für Rückenschmerzen bestimmten kann?

In diesem Artikel untersuche ich die diagnostischen Möglichkeiten zur Identifikation der Facettengelenke als Ursache für Rückenschmerzen.

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Notes:

  1. Datta, S., et al. “Systematic assessment of diagnostic accuracy and therapeutic utility of lumbar facet joint interventions.” Pain physician 12.2 (2009): 437.
Bandscheibe mit Interner Diskusruptur

Die Bandscheibe als Verursacher von Rückenschmerzen?

Die Bandscheibe als Verursacher von Rückenschmerzen?

Die Bandscheibe wird gerne als Ursache von Rückenschmerzen von Patienten und medizinischen Dienstleistern angesehen. Jedoch ist nur ein bei einem sehr geringen Anteil der Rückenschmerzen eine genaue Ursache mit heutigen Methoden zu bestimmen. 1 Die Popularität der Diagnose eines Bandscheibenvorfalls tut dies jedoch keinen Abbruch. In einer Studie des Hamburg Center for Health Economics (HCHE) 2 ergab sich, dass jede dritte Bandscheibenoperation nicht leitlinien-gerecht ist. Bei einem Drittel der Patienten wurden konservative Therapieverfahren nicht konsequent verfolgt oder es wurde trotz Ansprechens der Therapie operiert.Obwohl häufig keine akuten OP-Indikationen vorlagen, hielten die Patienten die OP für den richtigen Weg. Besonders Berufstätige sorgten sich ohne den Eingriff nicht mehr ihren Beruf ausüben zu können. Des Weiteren waren die Patienten der Ansicht, dass die OP zuverlässig die Schmerzen beheben kann!

In diesem Artikel möchte ich darlegen, warum es so schwierig ist die Bandscheibe als Verursacher für bestehende Rückenschmerzen zu identifizieren. Auch gehe ich auf die Fälle ein, bei denen ein Bandscheibenproblem relativ sicher identifizierbar ist.

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Notes:

  1. Maher, Chris, Martin Underwood, and Rachelle Buchbinder. “Non-specific low back pain.” The Lancet (2016).
  2. http://gesundheitsmonitor.de/uploads/tx_itaoarticles/9._Baeuml_Kifmann_Gemo_16.pdf