Iliosakralgelenk als Zeichnung

Das Iliosakralgelenk – Ursache für Rückenschmerzen?

Das Iliosakralgelenk – Ursache für Rückenschmerzen?

Die Aussprüche: “Ich glaube es ist mein ISG (Iliosakralgelenk) !”, “Ich glaube es ist rausgesprungen!”, “Ich glaube mein ISG ist blockiert!” etc. werden gerne von einigen Patienten (und auch Kollegen) bemüht, um ihre Rückenschmerzen zu erklären. Jedoch sind die allermeisten (zwischen 90-99%) Rückenschmerzen keiner Ursache genau zu zuordnen! 1 In diesem Artikel möchte ich mich mit dem Iliosakralgelenk (kurz ISG) als Verursacher für Rückenschmerzen beschäftigen und darstellen, warum es so schwierig ist, dass lSG als Verursacher von Rückenschmerzen zu bestimmen. Des Weiteren werde ich mich mit einigen Mythen bzgl. des ISG beschäftigen und diese widerlegen.

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Notes:

  1. Maher, Chris, Martin Underwood, and Rachelle Buchbinder. “Non-specific low back pain.” The Lancet (2016).

Ist das Piriformis Syndrom ursächlich für eine Ischiasnervreizung?

Ist das Piriformis Syndrom ursächlich für eine Ischiasnervreizung?

Der Piriformis-Muskel ist ein birnenförmiger Muskel, der im Bereich des Gesäß liegt. Der M usculus piriformis entspringt der Vorderseite (innenfläche) des Kreuzbeins 1 und setzt am großen Rollhügel des Oberschenkels 2 an. Er kann das Bein in der Hüfte nach Außen drehen (bei gestrecktem Bein) und bei gebeugter Hüfte abspreizen. 3. Darüberhinaus stabilisiert der M. piriformis das Hüftgelenk.
Beim Piriformis Syndrom entstehen durch Reizung des Ischiasnervs, ausstrahlende Schmerzen in ein Bein (Ischialgie). Es bestehen meist auch Schmerzen im Gesäßbereich und der Hüfte. Die Lendenwirbelsäule kann ebenfalls von Schmerzen betroffen sein. Verantwortlich dafür soll der M. piriformis sein, der Druck auf den Ischiasnerv ausübt und ihn so reizt. In der Abbildung kann man sehen, wie der Ischiasnerv unter dem M. piriformis hindurch läuft und so anfällig für Druck durch den Muskel sein könnte. Patienten mit einem Piriformis Syndrom zeigen dabei keine objektiv, messbaren neurologischen Defizite und haben auch keine Bandscheibenvorfälle.

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Notes:

  1. Facies pelvica des Os sacrum.
  2. Spitze des Trochanter major am Femur.
  3. Außenrotation bei Hüftextension, Abduktion bei Hüftflexion. Halpin, Ryan J., and Aruna Ganju. “Piriformis syndrome: a real pain in the buttock?.” Neurosurgery 65.4 (2009): A197-A202.
Barfußlaufen

Barfusslaufen – Ein Trend wissenschaftlich betrachtet

Barfusslaufen – Ein Trend wissenschaftlich betrachtet

Barfusslaufen ist spätestens seitdem Buch Born to Run von Christopher McDougall in der Öffentlichkeit angekommen und zu einem Trend geworden. Das dort propagierte Barfußlaufen bzw. das Laufen in Barfuß-Laufschuhe (bzw. Minimalschuhe) wird viele Vorteile zugesprochen, die konventionelle Laufschuhe nicht haben sollen.  75 Prozent  der Verletzungen die Läufer erleiden sind an der unteren Extremität. 1  Barfußverfechter weisen daraufhin, dass diese hohe Prozentzahl durch hochentwickelte Laufschuhe nicht weniger geworden ist. Barfußlaufen soll die Lösung sein Verletzungen zu reduzieren und die Gesundheit zu verbessern. Auch in der wissenschaftlichen Diskussion wird spätestens seit den Artikeln 2 des Harvard Professor Daniel E. Lieberman Barfußlaufen intensiv diskutiert. Lieberman ist Professor für Biologie und spricht dem Ausdauer-Laufen eine wichtige Rolle in der Entwicklung des Menschen zu. Dabei zeigen seine Untersuchung von Barfußläufern aus Afrika, dass diese eher Vorfuß- oder Mittelfußläufer sind. Dieser Laufstil soll Verletzungen reduzieren und natürlicher sein, als der Rückfuß- oder Fersenlauf von Schuhträgern. 3 Barfußlaufen soll dabei die Lösung sein die Hohe Anzahl an Verletzung die durch das Laufen entstehen zu reduzieren. Wir wollen schauen, ob diese These Stand hält oder nicht.

In diesem Artikel gehe ich zunächst auf die Geschichte des Barfußlaufens ein. Danach beschreibe ich die meist genannten Argumente für das Barfußlaufen. Darauf folgend wird die Evidenz für diese Argumente analysiert und ein Fazit gezogen.

 

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Notes:

  1. Roth, Jonathan, Julie Neumann, and Matthew Tao. “Orthopaedic Perspective on Barefoot and Minimalist Running.” Journal of the American Academy of Orthopaedic Surgeons 24.3 (2016): 180-187.
  2. Bramble, Dennis M., and Daniel E. Lieberman. “Endurance running and the evolution of Homo.” Nature 432.7015 (2004): 345-352, Lieberman, Daniel E., et al. “Brains, brawn, and the evolution of human endurance running capabilities.” The First Humans–Origin and Early Evolution of the Genus Homo. Springer Netherlands, 2009. 77-92,Lieberman, Daniel E., et al. “Foot strike patterns and collision forces in habitually barefoot versus shod runners.” Nature 463.7280 (2010): 531-535.
  3. Daniel E., et al. “Foot strike patterns and collision forces in habitually barefoot versus shod runners.” Nature 463.7280 (2010): 531-535.